Zeit.Punkt Der Bielefelder Tauschring - tauschen von Arbeit und Dienstleistungen
Tauschring Bielefeld

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Erfahrungsberichte


Beim Renovieren helfen...

Das Renovieren einer Wohnung, überall stehen Utensilien herum, es klingelt des öfteren, ich treffe auf Leute, die ich noch nie gesehen habe. Ob sie/er wohl auch zum Tauschring gehört?
Ich bearbeitete derweil die Wand und kämpfe mit der alten, sehr festgeklebten Tapete. Aha, ein Mitstreiter gesellt sich dazu, natürlich wird als Erstes diskutiert, wie es denn vielleicht besser und einfacher ginge. Dabei lernt man übrigens so ganz nebenbei die vielfältigsten Methoden kennen, wie man ein solches Problem angehen kann. Nachdem dies geklärt ist, arbeitet jede/r schweigend vor sich hin und/oder es entwickeln sich interessante Gespräche ber Gott und die Welt.
Ab und zu schaut die Auftraggeberin herein und sie strahlt vor Begeisterung, weil es vorwärtsgeht. Oft läuft fetzige Musik im Hintergrund und es ist Zeit für eine Pause.
Oh, die Mitglieder des Tauschringes wurden sogar angeheuert, für das leibliche Wohl zu sorgen. Es gibt die leckersten Dinge, köstlich, wir haben auch alle riesigen Hunger. Am Ende des Einsatzes erfolgt der obligatorische Gang ber die "Baustelle", es wird gestaunt, was alles schon passiert ist, überlegt, wie dies Problem wohl zu lösen sei, gestaunt über die himbeerfarbene Farbe, die sämtliche Wände ziert...
Zuhause lasse ich mich wohlig erschöpft und zufrieden in die Badewanne sinken, bevor ich in einen tiefen Schlaf falle. Am nächsten Tag zwickt es an den absurdesten Körperstellen. Meine Güte, wo wir überall Muskeln haben, die benutze ich sonst ja nie!!!
"So etwas ist Balsam fr die Seele der Schreibtischarbeiter/innen", denke ich.

D.T.

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Kreislaufkollaps durch Überpunktung

Wir stellen fest, dass einige Tauscher Punktetanker sind, die auf dem Tauschmeer rumschippern ohne, regelmäßig Ladung zu löschen. So kommt es zu starkem Tiefgang des Tankers. Gleichzeitig kommt es zu starkem Wellengang, dem die vielen kleinen und leeren Punktekutter nicht standhalten können. Ständig sind sie in Gefahr, schiffbrüchig zu werden und damit auch die gesamte Tauschringflotte.
Bei diesem massiven Tiefgang drohen die vollbeladenen Tanker auf Grund zu laufen. Es besteht die Gefahr, dass der gesamte Tauschringgedanke baden geht, denn die kleinen Kutter können nicht mehr auslaufen, um zu tauschen, und die Großen haben sich festgefahren. Daher empfehlen wir dringend - im Sinne einer Punktefastenkur - eine Löschung der Punkteladung.
Ähnlich geht es dem menschlichen Organismus, dem im Frhjahr eine Fastenkur auch sehr gut tut. Als Fastenlektüre empfehlen wir dringend die Tauschringzeitung. Dort findet ihr auch Hinweise auf die Zusammensetzung des Darmeinlaufs. Man nehme zum Beispiel das Mittel: alleine (Darm)putzen ist doof, Socken stricken lernen, Fenster (Darm) reinigen und so weiter. Ihr werdet erstaunt sein, wie befreit Ihr Euch nach der Punkteentschlackungskur fühlen werdet. Euer Kompost wird dann wieder das Tauschgeschäft neu erblühen lassen. Somit düngt Ihr die Punktepfläzchen fleißig, getreu dem Motto: "Punkte, Punkte ihr müsst fließen!"
So ähnlich kritisierte auch der Freiwirtschaftler Silvio Gesell die Gefahren des kapitalistischen Systems, mit seinem Hinweis: Taler, Taler du musst wandern!
Von daher bitten wir die Mitglieder mit hohen Punkteständen (an die 400 Punkte und höher) dringend das Tauschgeschäft im oben genannten Sinne wieder florieren zu lassen, dies auch zum eigenen Nutzen.

D.T. und M.S.

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Ein Hauch von Luxus

Mein Gedanke beim Eintritt in den TR war, dass ich im Winter aus beruflichen Gründen viel Zeit habe, die ich sinnvoll nutzen wollte, z.B. anderen Menschen bei den Dingen zu helfen, in denen ich gut bin, und natürlich auch, neue Leute kennen zu lernen. Ich hatte mir so gut wie keine Gedanken darber gemacht, was ich dann mit meinen eingenommenen Punkten machen würde.
Ich wurde tatsählich sehr freundlich aufgenommen und mit dem Tauschen ging es dann auch gleich los: das waren alles nette kleine Aktionen mit netten Leuten, die mir mehr Freude gemacht haben, als dass es mir Mühe bereitet hätte, ihnen zu helfen, und das mit dem Kennenlernen ergibt sich beim Tauschen von selbst.
Das ist jetzt ein halbes Jahr her, beruflich geht es bei mir wieder richtig zur Sache und ich habe kaum noch Zeit für irgendetwas. Jetzt kann ich meine Punkte für Dinge in Anspruch nehmen, die ich mir normalerweise gar nicht leisten könnte, z.B. regelmäßige Massagen. Außerdem gibt es Hilfen, bei denen ich bisher nicht einmal auf den Gedanken gekommen wäre, dass das jemand anderes für mich tun könnte, z.B. während der Saison meine Fenster zu putzen. Das erlebe ich im Moment als extrem klasse! Und beim Durchblättern der Marktzeitung denke ich: so ist denn Luxus für jeden etwas anderes und ich glaube, diese Welt ist für mich noch ziemlich unerforscht...

A.Z.

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